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WOZ-Journalist mit interessanter Vergangenheit

BLAULICHT vom 22.03.2016

Das sifa-Blaulicht dokumentiert exklusiv Fälle von Kriminalität und Gewalt sowie deren Behandlung durch Gerichte und Behörden.

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sifa spricht Klartext

DER WOZ-JOURNALIST MIT DER INTERESSANTEN VERGANGENHEIT

WOZ-Journalist denunziert Verhüllungsverbot-Initianten bei der Polizei

Zum Start der Volksinitiative «Ja zum Verhüllungsverbot» führten Mitglieder des Egerkinger Komitees eine kreative Aktion auf dem Bundesplatz in Bern durch (die sifa berichtete). Der WOZ-Journalist Dinu Gautier meldete darauf der Kantonspolizei Bern via Online-Kurznachrichtendienst Twitter, es liege dabei ein Verstoss gegen das kantonalbernische Vermummungsverbot vor. Die Polizei gab bekannt, den Vorfall an die Staatsanwaltschaft zu rapportieren. Pikantes Detail am Rande: Der sich als Denunziant gefallende Dinu Gautier ist laut «Tages-Anzeiger» ein der Polizei bestens bekannter «vormaliger linker Politaktivist.»

Hier ein paar Auszüge aus einer ganzen Reihe von Aktionen, an denen Gautier aktiv beteiligt war und «die von den Bundesbeamten offenbar als staatsbedrohlich eingestuft werden («Tages-Anzeiger»)»:

Besetzung des Seco-Gebäudes in Bern (2003); Versuchter Tortenwurf gegen eine Magistratsperson (Bundesrat Hans-Rudolf Merz) am 3. Mai 2004; Ausschreitungen anlässlich der unbewilligten, zur Gewaltorgie gegen SVP-ler ausgearteten Anti-SVP-Demo in Bern am 6. Oktober 2007 (Gautier wurde damals als Kontaktperson zwischen den Demo-Organisatoren und der Polizei zur Rechenschaft gezogen und gebüsst); Eindringen auf das Gelände der schwedischen Botschaft aus Protest gegen die SVP-Plakate mit den schwarzen Schafen (2007). Laut «Der Bund» ist Gautier im Übrigen «einer, der die linke Szene in Bern bestens kennt.»

Nationalrat Walter Wobmann (erster von rechts) während des 15-minütigen Medientermins, bei dem vier Personen kurzzeitig ihr Gesicht verhüllt haben. Droht ihm nun eine Anzeige – während vermummte Linksextreme ständig ungeschoren davon kommen?

Die Ironie des Tages: Ein in der linken Szene fest verankerter WOZ-Journalist dient als Referenz für ein Strafverfahren gegen ein bürgerliches Komitee! Es ist gut möglich, dass Dinu Gautier das im Zusammenhang mit Kundgebungen geltende kantonalbernische Vermummungsverbot aus eigenen Erfahrungen bestens kennt. Dem Egerkinger Komitee um Nationalrat Walter Wobmann wäre es jedenfalls nie im Traum in den Sinn gekommen, dass ein ca. 15 Minuten dauernder Medientermin zum Start einer eidgenössischen Volksinitiative (wie sie in Bern gang und gäbe sind) als bewilligungspflichtige Kundgebung gelten soll.

Hätte Walter Wobmann die Aktion vor dem Bundeshaus wohl besser als «Kunst» darstellen sollen? So, wie sich eine vom Zürcher Neumarkt-Theater subventionierte Gruppe auf die Kunstfreiheit berief, als sie Weltwoche-Chefredaktor Roger Köppel «den Teufel austreiben» wollte, ihm den Tod wünschte und ihn als «Nazi» beschimpfte? Selbstverständlich muss die Theatergruppe für diese denkbar primitive und geschmacklose Aktion keinerlei rechtliche Konsequenzen fürchten. Es geht ja nur gegen einen SVP-ler – und Kunst darf schliesslich alles!

sifa-SICHERHEIT FÜR ALLE

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